VI. Auflösung, Quelle, nonduale Verdichtung

6 Fragmente
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Wenn alles fällt

Wenn alles fällt,
bleibt nichts zurück –
außer dem,
was nie gegangen ist.

Kein Name.
Kein Bild.
Keine Erinnerung,
die sagt: So war ich.

Nur ein Fließen,
klar,
sanft,
durchscheinend –

als hätte das Leben selbst
die Sprache verlernt
und sich entschieden,
wahr zu sein.

Keine Entscheidung.
Kein Wollen.
Nicht einmal ein Lassen.

Nur Dasein.

Ein Raum,
der nicht gehört werden will,
weil er selbst das Hören ist.

Ein Atemzug,
der nicht geatmet wird –
sondern atmet.

Hier ist nichts zu beweisen.
Kein Beweis mehr von Wert.
Keine Form mehr zu halten.

Nur eine Wahrheit,
weich wie Licht
auf warmer Haut:

Du bist gemeint.

So sehr,
dass Du nicht mehr
jemand sein musst.