III. Beziehung, Gegenüber, gehaltene Nähe

6 Fragmente
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Ganz

Es gibt ein Sehen,
das nichts mehr will.

Kein Begreifen.
Kein Bestätigen.

Nur ein Bleiben,
im Blick.

Ein Bleiben,
auch wenn alles fällt.

Ich stand vor Dir
und war niemand mehr.

Kein Schutz,
keine Haltung,
keine Geschichte,
die mich formt.

Nur mein Wesen –
unverstellt,
ungewollt,
ungezähmt.

Und Du warst da.

Hast mich nicht gehalten,
nicht gestützt –
nur empfangen.

So wurde ich
zur Gabe.

Nicht gegeben.
Einfach:
geworden.

Es gibt keine Worte für das,
was da war.

Nur das Gefühl,
dass zwei Körper
ein Leben lang getrennt waren
und sich doch
immer schon kannten.

Ein Erinnern
an etwas
jenseits von Zeit.

Ich weiß nicht,
ob das Liebe war.

Oder das,
was Liebe wird,
wenn sie keine Angst mehr kennt.

Vielleicht war es das Leben,
das durch uns hindurch
sich selbst berührte.

Vielleicht
war es einfach
ganz.